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Digitale Ressourcen: Ecuador

Im Rahmen des „Digitaltag“ haben wir Euch auf Twitter gefragt, digitale Ressourcen welcher Länder Lateinamerikas noch unsere Reihe von Blogbeiträgen bereichern könnten: Ecuador war einer der Vorschläge und deshalb stellen wir einige digitalen Ressourcen aus diesem Andenland vor.

An erster Stelle präsentieren wir das Repositorium FlacsoAndes. FLACSO steht für Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (Lateinamerikanische Fakultät für Sozialwissenschaften), die Organisation fördert Lehre und Forschung in den Sozialwissenschaften. Unter den verschiedenen Sitzen der internationalen Organisation findet sich auch Ecuador. Auf ihrer Webseite stehen von der FLACSO publizierte Bücher, Zeitschriften, sowie Doktor- und Masterarbeiten in Open Access zur Verfügung. Durch die erweiterte Suche ist es möglich, nach Land zu suchen; die Suche „Ecuador“ fördert etwa alle Publikationen der FLACSO Ecuador zu Tage.

Das Repositorio Bibliográfico Nacional de Educación Intercultural Bilingüe, Etnoeducación e Interculturalidad, bietet Materialien zu interkultureller und zweisprachiger Erziehung. Es werden die in Ecuador veröffentlichten Publikationen aus Universitätsbibliotheken und privaten Archiven gesammelt und für die Öffentlichkeit, besonders für Wissenschaftler:innen, Erzieher:innen und Dozent:innen, in Open Access zur Verfügung gestellt. Die Recherche im Repositorium wird in diesem Youtube-Video erklärt (auf Spanisch).

Das Projekt Biblioteca Digital Ecuatoriana sammelt die Publikationen ecuadorianischer Universitäten in einem Repositorium. Dieses stellt ca. 200.000 Publikationen in Open Access zur Verfügung. In der erweiterten Suche gibt es auch Hinweise , wie die Suche bei mehreren Suchangaben funktioniert und dadurch wie man erfolgreich nach bestimmten Themen, Autoren oder Titeln recherchieren kann.
Einfach auf „Advanced“ klicken und danach auf der rechten Seite sieht man den Button „Search Tips“.

Für demographische und wirtschaftliche Daten aus Ecuador gibt es die Webseite Datos abiertos. Dort werden Statistiken und Datasets über verschiedene Themen, wie Umwelt, Kultur, Bildung, Geographie und Wirtschaft, publiziert und können heruntergeladen werden. Die Plattform wird von der Regierung Ecuadors gepflegt und stellt den Versuch dar, durch das Prinzip von Open Data mehr Transparenz zu schaffen und die Bevölkerung einzubeziehen.

Die Nationalbibliothek (Biblioteca Nacional de Ecuador) stellt das von ihr digitalisierte Material in einem Repositorium bereit. Dort findet man zwei Sammlungen: die Sammlung der Biblioteca Nacional, aufgeteilt in fünf Kategorien (Fondo Republicano, Fondo Republicano I, Fondo Jesuita, Libros electrónicos1 und Mapoteca) und die Zeitungssammlung, mit zwei Subkategorien, nämlich „alte Presse“ (Prensa Antigua) und „Presse des 20. Jahrhunderts“ (Prensa Siglo XX). Die digitalen Sammlungen bieten vor allem historische Dokumente, Publikationen und Presse aus den Jahren 1850 bis 1940, aber auch das Kartematerial (sowohl historischer, als auch aktueller Karten) kann für Wissenschaftler:innen nützlich sein.

Zuletzt, und um möglichst vielfältige digitale Ressourcen aus Ecuador vorzustellen, möchten wir die Webseite Fotografía Patrimonial bekannt machen. Im Jahr 2009 erklärte der ecuadorianische Staat die historische Fotografie (1839-1920) zum kulturellen und dokumentarischen Erbe Ecuadors. Um diesem Erbe gerecht zu werden, wurde diese Webseite erstellt, die als eine Art Katalog dient. Die Inventarisierung und Katalogisierung des Materials, sowie die Digitalisierung und Verbreitung, stehen im Mittelpunkt dieses Projekts. Auf der Seite gibt es verschiedene Möglichkeiten, nach Fotografien zu suchen: Über den Reiter „Galería„, kann man nach Jahren suchen oder über den Reiter „Temas“ nach Themen (wie Porträt, Stadtansichten, Landansichten und indigene Bevölkerung). Die Option „Mapa“ stellt eine Karte des Landes dar, in der mit Pins markiert wird, wo die Fotografien gemacht wurden. Die Fotos können kostenlos heruntergeladen werden!

Noch ein Tipp: Das Instituto Nacional de Patrimonio Cultural bietet viele seiner Publikationen (vor allem über Kulturgut in Ecuador) zur Online-Ansicht oder zum Herunterladen an.

1 Bitte beachten Sie, dass auf dem Repositorium noch keine E-Books abgelegt sind.

Wissenswertes für Mädchen in Uruguay (1891)

Wie in anderen Ländern auch, geriet in Uruguay die Bildung der Mädchen am Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt in die Diskussion. Immer wieder wurden Stimmen laut, die die Rolle der ‚Mädchen aus gutem Hause‘ für die Erziehung künftiger Generationen thematisierte. Offenbar konnte weder die schulische noch die häusliche Bildung die jungen Frauen auf ihre Aufgaben […]

Langlebig und populär: die Zeitschrift Don Fausto aus Chile

Am 27. August 1924 erschien im Verlag Editorial Zig-Zag das erste Heft der Wochenzeitschrift Don Fausto. Namensgeber war die Comicfigur Don Fausto aus der chilenischen Version des us-amerikanischen Comics Bringing up father über einen irischen Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Bereits seit 1922 waren die Comics erfolgreich in der Tageszeitung El Mercurio erschienen, bevor sie […]

Industriedesign als wissenschaftliche Disziplin: das Wirken von Tomás Maldonado

Die Firmenlogos von Lufthansa und der Sparkasse, die Sport-Piktogramme der Olympischen Spiele von München 1972, die Schrifttype Rotis – die Arbeiten des Designers Otl Aicher (1922-1991) begegnen uns überall im Alltag. Zu seinem hundertsten Geburtstag widmen sich die Medien seiner Biographie – er war ein enger Freund von Hans und Sophie Scholl – , und […]

Literatura-Cartonera aus Mosambik

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Neu in der Bibliothek des IAI: das mexikanische Musik- und Kulturmagazin Piedra Rodante

Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll wurde zum geflügelten Wort einer neuen Jugend- und Protestkultur, die nicht allein auf den nordamerikanischen Raum limitiert war, sondern sich weit über den Globus erstreckte. Auch in Mexiko gab es ab den 1960er Jahren immer mehr Menschen, die sich nach dem Massaker von Tlatelolco in Mexiko-Stadt einer Gegenbewegung zugehörig […]

Francisco Porrúa y Ediciones Minotauro: el editor y su sello de ciencia ficción

¿Quién escribe realmente los libros, el escritor o el editor? Actualmente, puede resultar un poco ingenuo pensar que la aparición de un libro (como objeto) se deba exclusivamente a la figura de las escritoras y escritores: aquellos seres tremendamente sensibles imbuidos en constantes elucubraciones sobre el arte y la vida. En efecto, los procesos de […]

Von Wasser, Wind und Erde: zeitgenössische mixtekische Lyrik

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Política impresa – editoriales, revistas y prensa clandestina durante la Guerra Fría

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Die Kulturzeitschriften Lateinamerikas präsentieren Weihnachten

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