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Online entdeckt: Postkarten aus Lateinamerika in den Sammlungen der University of San Diego

Im Nachklang zu unserem Beitrag zum 150. Geburtstag der Postkarte und den Postkartenbeständen des Ibero-Amerikanischen Instituts möchten wir heute auf die spannende Postkartensammlung der University of San Diego aufmerksam machen, die auch digital zur Verfügung stehen. Das Herzstück dieser Sammlung bilden die persönlichen Postkarten der US-Amerikanerinnen May und Genevieve Clarke, die als Bibliothekarinnen am San Diego College for Women tätig waren. Zudem wurden weitere kleinere Postkartenbestände, die der University San Diego im Laufe der Jahre gespendet wurden, in die Sammlung aufgenommen. Heute zählt diese mehr als 6000 Postkarten von zahlreichen Orten der Welt, die das Interesse der Reisenden im 20. Jahrhundert weckten. Dementsprechend vielseitig ist die Sammlung: Es finden sich Farb- und Schwarzweißaufnahmen aus allen Kontinenten sowohl aus dem frühen 20. Jahrhundert als auch aus den 1950er und 1960er Jahren.

Eine Besonderheit: zahlreiche Postkarten sind frankiert und enthalten verschiedensprachige handschriftliche Notizen, mithilfe derer die Adressat*innen und Schreiber*innen identifiziert werden konnten. Die gesamte Sammlung ist geographisch unterteilt und die jeweiligen regionalbezogenen Bestände können leicht über den Index angesteuert werden. Fündig werden Lateinamerika-Interessierte in vier Untersammlungen – Karibik, Mexiko, Südamerika und Zentralamerika -, in denen auch Länder wie Bermuda, Curaçao, Guatemala und Uruguay vertreten sind. Die Motivpalette umfasst Aufnahmen von Bauwerken, Landschaften, Tieren und Ereignissen wie beispielsweise vom imposanten Bau des Panamakanals, an dem die Reisenden die Daheimgebliebenen über eine Postkarte informieren wollten.

Wenn handschriftliche Notizen vorhanden waren, wurde sowohl die Vorder- als auch die Rückseite der jeweiligen Postkarte digitalisiert. Direkt unter dem Image, das leicht per Mausklick vergrößert und verkleinert werden kann, finden sich zudem zahlreiche Informationen zu Objekttyp, Inhalt, Motiv, Datum sowie zum Digitalisierungsprozess. Wer sich einen geographischen Überblick verschaffen möchte, kann sich über die Funktion View Gallery on Map eine Kartenansicht mit Verknüpfungen zu den Postkarten aus den jeweiligen Ländern ausgeben lassen.

Viel Freude beim Stöbern wünscht der FID Lateinamerika, Karibik und Latino Studies! Und falls Sie Fragen zu den Postkartenbeständen des IAI haben, können Sie sich gerne an die Kolleginnen und Kollegen der Fotothek wenden: fototeca@iai.spk-berlin.de .

Update: Dänemark und die Karibik

Im Rahmen seines Programm-Schwerpunkts „Dekolonisiert Euch !“ sendete der Deutschlandfunk am 4.2.2020 das Feature „Passagen der Erinnerung. Das koloniale Erbe Dänemarks in der Karibik“ von Jane Tversted und Martin Zähringer. Darin wurde die weithin wenig bekannte Geschichte der dänischen Handelsstützpunkte und Wirtschaftsbeziehungen thematisiert, die Identitätssuche der heutigen Bevölkerung und die wichtige Rolle, die das Dänische […]

Über 2.000 neue Medieneinheiten in den Digitalen Sammlungen

In 2019 haben unsere Digitalen Sammlungen deutlichen Zuwachs erhalten. Aus der Statistik geht hervor, dass die Sammlung aktuell 30.896 Medieneinheiten und insgesamt 1.745.259 Seiten umfasst, was in Relation zum Vorjahr einer Zunahme von 8,26% für erstere und 15,86% für letztere entspricht. Möglich wurde dies vor allem durch Drittmittelprojekte, allen voran dem von BKM und DFG […]

DFG fördert weitere Entwicklung des Fachinformationsdienstes Lateinamerika, Karibik und Latino Studies

Zweite Förderphase 2020 bis 2022 bewilligt Die weitere Unterstützung der Deutsche Forschungsgemeinschaft ermöglichte es dem in den letzten vier Jahren aufgebauten Fachinformationsdienst Lateinamerika, Karibik und Latino Studies zukünftig folgende Services anzubieten bzw. aufbauen: Bedarfsgerechte kostenlose Erwerbung und Bereitstellung von Materialien und Informationen für bewilligte und auch geplante Forschungsprojekte; Damit verbunden ist die Etablierung einer FID-Direktausleihe […]

Jetzt verfügbar: Neue E-Book-Sammlung zu Lateinamerika

Über 600 Bücher zu lateinamerikanischer Geschichte, Latino Studies, postkolonialen Studien, Ökologie, Musik, Kunst, Film, Fernsehen und zu weiteren Aspekten der Populärkultur: dies ist die E-Book-Sammlung der Duke University Press, einem der wichtigsten US-amerikanischen Verlage für Lateinamerikastudien. Das IAI stellt diese Titel jetzt über seine Kataloge – das Discovery-System IberoSearch und den klassischen OPAC – für […]

Grüße aus Lateinamerika – Die Postkarte feiert 150. Geburtstag

Jetzt zur Weihnachtszeit hat sie wieder Hochsaison – die Rede ist hier nicht etwa von den kleinen weihnachtlichen GIFs und Videos, die derzeit über die bekannten Messenger-Dienste wie WhatsApp, Instagram oder Telegram kursieren, sondern von der alt bewährten Postkarte, die dieses Jahr ihren 150. Geburtstag feiert. Seine Weltpremiere hatte dieses originelle und vielfältige Kommunikationsmedium in […]

Der schwarze Vogel mit dem roten Schnabel: Mauricio Gattis „Im Urwald gibt es viel zu tun“ in einer neuen Edition

En la selva hay mucho por hacer erzählt von einer Gruppe von Tieren, die von einem Jäger gefangen und im städtischen Zoo eingesperrt werden. Da sie ihre Kinder und ihr Zuhause im Urwald vermissen, planen sie ihre Flucht. Mauricio Gatti, der diese Geschichte verfasst und die Bilder dazu erstellt hat, wurde 1971 wegen seiner Tätigkeit […]

Weltliteratur zwischen zwei Pappdeckeln: die Literatura-Cartonera-Sammlung im IAI

Bücher mit Papp-Umschlägen, bemalt und beklebt, darin fotokopierte Seiten mit Gedichten oder Erzählungen: Die Bewegung der Literatura-Cartonera-Verlage entstand 2003, als der Bildende Künstler Javier Barilaro und der Schriftsteller Washington Cucurto in Buenos Aires Eloísa Cartonera gründeten. Die Bücher werden von Hand in Gemeinschaftswerkstätten hergestellt, in denen sich soziale Projekte und Kunstprojekte treffen. Diese Werkstätten geben […]

Neu in den Digitalen Sammlungen des IAI: „Das Todtenfeld von Ancon in Perú“

Fast sieben Jahre – von 1880 bis 1887 – brauchten die beiden deutschen Wissenschaftler Johann Wilhelm Reiß und Moritz Alphons Stübel, bis alle Ergebnisse ihrer Ausgrabungen veröffentlicht waren. Nun, mehr als 100 Jahre nach der ersten Veröffentlichung, ist neben der englischsprachigen Ausgabe erstmalig auch die deutschsprachige Fassung des Werkes „Das Todtenfeld von Ancon in Perú: […]

Das Buch als Erinnerungsmonument: Kunstprojekt zur Aufarbeitung der Colonia Dignidad

Für die chilenische Künstlerin María Verónica San Martín sind Bücher mehr als bloße Träger von Informationen. Denn Bücher und ihre materielle Gestaltung versteht sie als Gedenk- und Erinnerungsmonument; Sujet, technische Ausführung und Materialität sind in ihrer Arbeit somit eng verflochten. So auch in dem Werk „Dignidad“, das wir kürzlich für die Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts […]