Die Stimme der Vergessenen: Luis Sepúlveda stirbt an COVID-19

Noch Anfang März hatte Carmen Yáñez, Lebensgefährtin von Luis Sepúlveda, die Hoffnung geäußert der „Alptraum“, den sie beide gerade durchlebten, werde eines Tages nur noch eine Anekdote im Munde ihres Mannes sein. Nach Rückkehr von einem Literaturfestival in Portugal hatte dieser schon bald Symptome gezeigt, wurde positiv auf COVID-19 getestet und kam am 29.02.2020 ins […]

Mai ki hāpī tātou i te taiˈo ˈe i te papaˈi i to tātou ˈarero Rapa Nui

Auf Spanisch lautet der o.g. Titel Aprendamos a Leer y Escribir Nuestra Lengua Rapa Nui (auf Deutsch in etwa: „Lasst uns lernen unsere Sprache Rapanui zu lesen und zu schreiben“) und bezeichnet eine Lehrburchreihe für die Sprache der indigenen Bevölkerung der Osterinsel (= Rapa Nui), das jüngst für unseren Bestand hinzugewonnen werden konnte. Rapanui (auch […]

Das Buch als Erinnerungsmonument: Kunstprojekt zur Aufarbeitung der Colonia Dignidad

Für die chilenische Künstlerin María Verónica San Martín sind Bücher mehr als bloße Träger von Informationen. Denn Bücher und ihre materielle Gestaltung versteht sie als Gedenk- und Erinnerungsmonument; Sujet, technische Ausführung und Materialität sind in ihrer Arbeit somit eng verflochten. So auch in dem Werk „Dignidad“, das wir kürzlich für die Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts […]

Science Fiction # 4: Ein kleiner Überblick über die Science Fiction-Literatur in Chile

Im Klappentext zur Erzählung Identidad suspendida von Sergio Amira aus dem Jahre 2007 findet sich der Hinweis, dies sei der erste chilenische Science Fiction-Roman überhaupt. Dass es sich hierbei um einen Irrtum handelt, lässt sich an vielen Gegenbeispielen aufzeigen – und doch hält sich in Chile überraschenderweise oft selbst bei Expert*innen hartnäckig die Auffassung, in […]

Eine Kuriosität zur Weihnachtszeit: Des deutschen Weihnachtsmannes Reise nach Chile (1917)

[Text von Ricarda Musser] Mitten im ersten Weltkrieg wurde das Kinderbuch „Des deutschen Weihnachtsmannes Reise nach Chile“ von Maximiliano Dalck F. im Selbstverlag in Chile produziert und von den deutschen Buchhandlungen in Santiago, Valparaíso und Concepción vertrieben. Die Titelseite vermerkt, dass ein Teil des Reinerlöses für die Witwen und Waisen der Zentralmächte bestimmt sei. Um […]

Comics#4: Der Langeweile und Verdrossenheit zum Trotz – Revistas picarescas

„Genug mit den roten Schlagzeilen, mit den Tragödien, mit den schlechten Nachrichten, mit Politik und Verknappung…!“ – stellten die Herausgeber der chilenischen Zeitschrift El Pingüino in ihrer ersten Ausgabe fest, die am 29. August 1956 erschien. Die Zeitschrift sollte, so hieß es in dem Begrüßungstext, den Leser aus seinem tristen Alltag holen, ihn für einen […]

Nachrichten vom Ende der Welt

Patagonien ist von einem Land am Ende der bewohnten Welt zu einem Sehnsuchtsort für Globetrotter aller Länder und zum Ziel gleichermaßen für Instagramer wie für professionelle Fotoworkshop-Reisen geworden. Weit entfernt scheinen die Zeiten der brutalen Landnahme indigener Territorien, die Zeiten, in denen der Siedler den Härten von Wetter und Natur erlagen, und in denen Kartographie und […]

Chilenische Künstlerbücher: Gegen das Verschwinden und für die Erinnerung

In their Memory, Indignity & Resistance und Memory & Landscape sind drei Künstlerbücher der chilenischen Druckgrafikerin María Verónica San Martín, die das IAI kürzlich erworben hat. Bei ihren Forschungen, die der künstlerischen Praxis zugrunde liegen, konzentriert sich San Martín auf die Dokumentation der Gewalt der Militärdiktatur in Chile. Durch Archivrecherchen nach jenen, die zwischen 1973 […]

Max Uhle: Vater der andinen Archäologie

In den Digitalen Sammlungen des IAI jetzt verfügbar: Glasplattenfotografien, Briefe, Zeitungsartikel und andere Materialien aus dem Nachlass von Max Uhle Max Uhle war ein deutscher Archäologe und Sprachwissenschaftler. Zwischen 1892-1894 unternahm Uhle im Auftrag des Königlichen Museum für Völkerkunde Berlin (heute Ethnologisches Museum – Staatliche Museen zu Berlin) eine Forschungsreise nach Argentinien und Bolivien. Auf dieser […]

Klänge eines Kontinents

Gastbeitrag von Nicolas Bock Läuft man einmal quer durch den Lesesaal, betritt einen Gang links neben der Ausleihtheke und geht durch die Flure des IAI, findet man sie in der Ecke des Gebäudes: die Phonothek des Ibero-Amerikanischen Instituts. Hier lagern Tonträger eines gesamten Jahrhunderts der lateinamerikanischen Musikgeschichte, von Schellackplatten aus dem Jahre 1903 bis zu […]