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Wir sagen: „Tot ziens“, „huq p’unchaykama“ und „ajo“, Pieter Muysken

Pieter Muysken in 1998 (Foto von Ivar Pel (NWO)).

Vor einer Woche ist einer der bekanntesten Linguisten der Niederlande, Pieter Cornelius Muysken, im Alter von 70 Jahren an Krebs verstorben. In Bolivien geboren, studierte Muysken an der Yale University und der Universiteit van Amsterdam, wo er schließlich auch mit einer Dissertation zur Syntax des Quechua in Ecuador promovierte. Er war in Amsterdam und Leiden tätig, bis er 2001 an die Radboud-Universität Nijmegen (RU) berufen wurde, wo er u.a. das Projekt Languages in Contact leitete. Seine Forschungsschwerpunkte lagen im Bereich indigener Sprachen des Andenraums, vor allem dem Kichwa (Quichua), der Kreolistik, sowie, allgemeiner, des Sprachkontakts. In einem auf der Homepage der RU veröffentlichten Nachruf liest man aber er habe auch zu Sprachtypologie, Zweitspracherwerb, Sprachwandel und Varietätenlinguistik geforscht und immer versucht Brücken zu anderen Disziplinen, wie der Anthropologie und den Kulturwissenschaften, aber auch der Mathematik und Physik zu schlagen. Dabei mahnte er sich selbst und andere Forschende stets zu Demut und zu einer ständigen Neubrachtung und -bewertung der eigenen Forschungsergebnisse.

Wir verabschieden uns von diesem Tausendsassa der Sprachwissenschaften und sagen „dank u wel“, „solpayki“ und „danki“ für die zahlreichen und vielfältigen Beiträge zur Forschung.

Arbeiten im Bestand des IAI

Adelaar, Willem F. H.: The languages of the Andes. With the coll. of Pieter C. Muysken. Cambridge ; New York ; Melbourne [u.a.] : Cambridge Univ. Pr., 2004.

Arends, Jacques / Musyken, Pieter / Smith, Norval (eds.): Pidgins and creoles : an introduction. Amsterdam ; Philadelphia, Pa. : Benjamins, 1995.

Charry, Eddy / Koefoed, Geert / Muysken, Pieter / Kishna, Sita: De talen van Suriname : achtergronden en ontwikkelingen. Muiderberg : Coutinho, 1983.

Crevels, Mily / Muysken, Pieter (eds.): Lenguas de Bolivia. 4 Bde. La Paz : Plural Editores, 2009-2015.

Lefebvre, Claire / Muysken, Pieter: Mixed categories: normalizations in Quechua. Dordrecht ; Boston ; London : Kluwer Acad. Publ., 1988.

Musyken, Pieter: El kichwa ecuatoriano : orígenes, riqueza, contactos. Quito, Ecuador : Abya-Yala, 2019.

-: Sociolingüística : lenguas en contacto. Amsterdam Atlanta, GA : Rodopi, 1998.

Muysken, Pieter / Smith, Norval : Substrata versus universals in Creole genesis : papers from the Amsterdam creole Workshop, April 1985. Amsterdam : Benjamins, 1986.

Muysken, Pieter / Smith, Norval / Borges, Robert B.: Surviving the Middle Passage : the West-Africa-Surinam Sprachbund. Berlin [u.a.] : de Gruyter Mouton, 2015.

O’Connor, Loretta M. / Muysken, Pieter (eds.): The Native Languages of South America : origins, development, typology. Cambridge [u.a.] : Cambridge Univ. Press, 2014.

Olbertz, Hella / Muysken, Pieter (eds.): Encuentros y conflictos : bilingüismo y contacto de lenguas en el mundo andino. Madrid : Iberoamericana [u.a.], 2005.

Stark, Louisa Rowell / Muysken, Pieter: Diccionario español-quichua, quichua-español. Quito ; Guayaquil, 1977.

Zusammen Luca Ciucci veröffentlichte Muysken 2011 außerdem einen Artikel in unserer Zeitschrift Indiana. Der Artikel ist – wie alle anderen auch – im Open Access verfügbar.

Zum Thema im Bestand…

Kreolistik

Blanker, J. C. M. / Dubbeldam, J.: Prisma woordenboek Sranantongo-Nederlands, Nederlands-Sranantongo = Prisma wortubuku fu Sranantongo. Houten ; Antwerpen : Unieboek ; Het Spectrum, 2014.

Damoiseau, Robert: Syntaxe créole comparée : Martinique, Guadeloupe, Guyane, Haïti. Paris [u.a.] : Éd. Karthala [u.a.] ; Fort-de-France Cedex : CRDP Martinique, 2012.

Jacobs, Bart: Origins of a Creole : the history of Papiamentu and its African ties. Boston ; Berlin : De Gruyter Mouton, 2012.

Lefebvre, Claire: Functional categories in three Atlantic Creoles : Saramaccan, Haitian and Papiamentu. Amsterdam ; Philadelphia : John Benjamins Publishing Company, 2015.

Märzhäuser, Christina: Portugiesisch und Kabuverdianu in Kontakt : Muster des Code-switching und Innovationen in Raptexten aus Lissabon. Frankfurt am Main ; Berlin ; Bern ; Wien [u.a.] : Lang, 2011.

Indigene Sprachen des Andenraums

Boone, Elizabeth Hill / Mignolo, Walter D. (eds.): Writing without words : alternative literacies in Mesoamerica and the Andes. Durham [u.a.] : Duke Univ. Press, 1994.

Godenzzi, Juan Carlos / Vengoa Zúñiga, Janett: Runasimimanta yuyaychakusun : manual de lingüística Quechua para bilingües. Cusco : Asociación Pukllasunchis, 1994.

Kowii, Ariruma et al.: Identidad lingüística de los pueblos indígenas de la region andina : seminario internacional en julio de 2004 en Quito. Quito [u.a.] : Abya Yala [u.a.], 2005.

Torero, Alfredo: El quechua y la historia social andina. Lima : Fondo Ed. del Pedagógico San Marcos, 2007.

Auch in den Digitalen Sammlungen findet sich Material zu indigenen Sprachen (wenn auch vergleichsweise wenig in indigenen Sprachen), so wie z.B. der Beitrag „Apuntes para una gramática Quichua“ von Juan J. Ramos, der in der ecuadorianischen Zeitschrift La Unión Literaria (año 1, mayo de 1893, número 2) erschienen ist.

Sprachkontakt

Fleitas Lecoski, Dionisio / Fleitas Lecoski, Sofía: El bilingüismo guaraní-castellano : un análisis de actitudes y prácticas lingüísticas en las zonas fronterizas Paraguay-Argentina. Asunción, Paraguay : Servilibro, 2016.

Kuhn, Julia / Matos, Rafael Eduardo: Contacto lingüístico en Venezuela : interacción del español con la lengua indígena pemón, vitalidad y uso. Berlin : Peter Lang, 2020.

Krajinović, Ana: Malabar Indo-Portuguese : structure and origins of the verbal system. München : LINCOM GmbH, 2018.

Palacios Alcaine, Azucena (ed.): Variación y cambio lingüístico en situaciones de contacto. Madrid : Iberoamericana ; Frankfurt am Main : Vervuert, 2017. Online-Ressource.

Ramallo, Fernando / Amorrortu, Estibaliz / Puigdevall, Maite (eds.): Neohablantes de lenguas minorizadas en el Estado español. Madrid : Iberoamericana ; Frankfurt am Main : Vervuert, 2019.

Digitale Ressourcen: lusophones Afrika

Heute möchten wir uns einer Weltregion zuwenden, die in unserer Sammlung (bisher) nur marginal bzw. indirekt eine Rolle spielt: das portugiesischsprachige Afrika[1]. Genauer gesagt sind das Angola, Guinea-Bissau und Mosambik auf dem afrikanischen Festland, sowie die Archipele von Kap Verde und São Tomé und Príncipe, die zusammengefasst, oft auch als PALOP[2] (Países Africanos de Língua […]

Wie wir Kultur erleben – Massentourismus in Machu Picchu

Von Nina Schieting Inmitten des Lockdowns gibt es wohl kaum etwas, das wir uns so sehr wünschen, wie einfach in das nächste Flugzeug zu steigen und wegzufliegen. So kam auch ich dazu, mir während einer meiner mir schier endlos erscheinenden Stunden in meiner Einzimmerwohnung die diversesten Reiseblogs anzuschauen und davon zu träumen, jetzt in Südamerika […]

Neue Volltext-Datenbanken zu Lateinamerika und der Karibik verfügbar

Gleich sieben neue Datenbanken hat der FID Lateinamerika, Karibik und Latino Studies für die regionalbezogene Forschung erworben. Damit haben registrierte Nutzerinnen und Nutzer nun Zugriff auf Datenbanken, deren vielfältiger Materialienschatz einfach von zu Hause genutzt und im Volltext durchsucht werden kann. Die erworbenen Datenbanken bedienen verschiedene Themen und Länder: Wer historische Quellen zur Kolonialgeschichte sucht, […]

Recursos digitales: Perú

Continuamos con nuestra serie sobre recursos digitales en Latinoamérica: este mes es el turno de Perú. Existen a la fecha diversas plataformas que ofrecen material de interés para las investigaciones con énfasis en el país andino: documentos históricos, arte, archivos audiovisuales y publicaciones científicas son algunos de los recursos ofrecidos. Los repositorios de acceso abierto […]

Das Team des FID Lateinamerika, Karibik und Latino Studies wächst weiter

Seit dem 1. März 2021 sind Daniel Cuesta Ágredo und Isabella Maasberg neue Mitarbeitende im Fachinformationsdienst (FID) Lateinamerika, Karibik und Latino Studies. In den kommenden drei Jahren werden sie die Internationalisierungsinitiativen des FID in den Forschungsfeldern zur lateinamerikanischen Populärliteratur bzw. zu lateinamerikanischen und karibischen Kulturzeitschriften unterstützen. Beide werden am Aufbau von digitalen Themenportalen mitwirken, in […]

Zwischen Stein und Bitstream: Digitale Altertumswissenschaften

Das ambitionierte Projekt Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya ist hervorgegangen aus einer Initiative der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Düsseldorf und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften in Berlin, mit Unterstützung des an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen angesiedelten Netzwerks für eResearch TextGrid und der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) […]

Der Publikumsliebling 2020: Die Digitalen Sammlungen des Ibero-Amerikanischen Instituts

Beitrag von Dr. Christoph Müller, Leiter des Referats Digitale Bibliothek und IT-Infrastruktur, Ibero-Amerikanisches Institut Berlin Der Jahresanfang ist traditionell ein guter Moment, auf die eigene Arbeit zurückzuschauen und Entwicklungen zu analysieren. Gerade in der aktuellen Zeit bietet sich besonders ein Blick auf die Digitalen Sammlungen des Ibero-Amerikanischen Instituts Stiftung Preußischer Kulturbesitz (IAI) an. Hier werden […]

Digitale Ressourcen: Brasilien

Nachdem hier im Blog bereits elektronische Ressourcen für die Forschung zu Kolumbien, Uruguay, Guatemala und zuletzt Chile vorgestellt wurden, soll die Reihe nun mit Brasilien fortgesetzt werden. Gerade weil das Publikationsvolumen in und zu diesem lateinamerikanischen Schwergewicht so hoch ist, kann es mitunter schwierig sein, geeignete Quellen zu finden. Eine wohl bereits gut Bekannte, aber […]

“…Por eso llamamos al textil el libro de los Andes”: una mirada al mundo andino a través de los textiles

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